Darlehen

Das Darlehen zählt zu den klassischen Bankgeschäften. Neben den Ausleihungen an andere Kreditinstitute mit einem volumenmäßigen Anteil von rund 29 % dominieren die Darlehensvergaben an Nichtbanken, d.h. an Privat- und Firmenkunden sowie öffentliche Einrichtungen mit über 60 % das Aktivgeschäft der Banken und Sparkassen.Als charakteristisches Merkmal dieser Geschäftssparte tritt die Bank mit der Ausreichung des Darlehens in Vorleistung im Vertrauen auf die Bereitschaft und Fähigkeit des Darlehenskunden, seine Gegenleistung, den Darlehenszins und die Rückzahlung der Kreditsumme, zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt zu erbringen.

Die Kreditinstitute setzen dabei, nicht ohne sich vorher abzusichern, auf die Vertragserfüllung durch den Darlehenskunden. Denn zum größten Teil werden fremde Gelder, z. B. die von Geldanlegern hereingenommenen Einlagen, verliehen. Banken und Sparkassen machen ihre Darlehenszusage vielmehr vom Ergebnis der Kreditwürdigkeitsprüfung abhängig, in deren Verlauf sie sich ein Bild über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des potenziellen Darlehensnehmer verschaffen. Die Kreditwürdigkeitsprüfung wird insbesondere bei Firmenkunden häufig durch ein Rating des Kreditnehmers


unterstützt. Darlehensnehmer erfahren deshalb auch, was ein Rating aussagt und welche Konsequenzen sich daraus auch unter dem Einfluss von Basel II für sie ergeben. Wer ein Darlehen aufnehmen möchte, sollte stets mehrere Darlehensangebote einholen und anhand des effektiven Jahreszinses miteinander vergleichen. Der Berechnungsmodus, der nach der Preisangabenverordnung vorgeschrieben ist, wurde zum 1.9.2000 den internationalen Standards angepasst.

Wichtig für Privatpersonen: Durch die Schuldrechtsreform zum 1. 1.2002 sind die Vorschriften zu den Verbraucherdarlehensverträgen in modifizierter Form in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) eingegangen. So gibt es für Verbraucherdarlehensverträge, die durch Grundpfandrechte gesichert sind, seit Jahresanfang 2002 zweiwöchiges Widerrufsrecht. Auch hier hat die Schuldrechtsreform ihre Spuren hinterlassen, sodass z. B. die Kündigung des Darlehen aus berechtigtem Interesse und wichtigem Grund neu in das BGB aufgenommen wurden. Auch durch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) gibt es Anpassungen im Darlehensrecht. Wie hoch eine Vorfälligkeitsentschädigung ausfallen darf, hat der BGH mittlerweile ebenso entschieden wie auch die Frage, wann eine Bürgschaft wegen Vermögenslosigkeit des Bürgen nichtig ist. Nicht jedes Darlehen wird allerdings vom Darlehensnehmer vertragsgemäß bedient. Der Darlehensnehmer muss dann mit der Zustellung eines Mahnbescheids oder der Eröffnung eines Klageverfahrens rechnen. Die Gläubigerbank kann aber auch beim Amtsgericht die Eröffn eines Insolvenzverfahrens beantragen und das seit dem 1. 1. 1999 auch für Privatkunden. Denn das novellierte deutsche Insolvenzrecht beinhaltet nun auch ein Verbraucherinsolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung.
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