Der Ratenkredit

Ratenkredite dienen überwiegend zur Beschaffung von privat genutzten langlebigen Gebrauchsgütern oder zur Finanzierung von Reisen. Der Verwendungszweck für die mit dem Ratenkredit bereitgestellten Mittel wird meistens in den schriftlich abzuschließenden Kreditvertrag aufgenommen.

Ratenkredite sind standardisierte Kredite. Mindest- und Höchstbeträge, z. B. von 1000 bis 25 000 Euro, Mindest- und Höchstlaufzeiten, z. B. von einem bis zu vier oder sechs Jahren, und die Kreditkosten sind institutseinheitlich festgelegt (normiert).


Wesen und Abwicklung des Ratenkredits

Der Ratenkredit ist ein Kredit, der Privatkunden in Form eines mittel- oder langfristigen Darlehens in einer Summe zur Verfügung gestellt wird. Der Betrag wird einem Darlehenskonto des Kreditnehmers belastet und seinem Girokonto gutgeschrieben.Die Rückzahlung des Ratenkredits erfolgt in gleich bleibenden monatlichen Teilbeträgen (Raten) entsprechend einem festgelegten Tilgungsplan.In der Bankpraxis werden Ratenkredite auch unter den Produktbezeichnungen Privatdarlehen, Persönlicher Kredit oder Anschaffungsdarlehen angeboten.

Der Ratenkredit wird gewährt, wenn der Kreditbetrag in einem angemessenen Verhältnis zum Einkommen und zu den laufenden Verpflichtungen steht und die Kreditraten im Rahmen der zumutbaren Belastung liegen.

Die zumutbare Belastung ist der Betrag, der sich aus dem monatlichen Nettoeinkommen des Kreditnehmers abzüglich aller regelmäßigen Ausgaben und unter Berücksichtigung eines prozentualen Abschlags für unvorhergesehene Ausgaben errechnet. Nur wenn die ermittelte Rate niedriger ist als die zumutbare Belastung, kann das Kreditinstitut davon ausgehen, dass der Ratenkredit störungsfrei zurückgezahlt werden kann. Liegt die ermittelte Rate über der zumutbaren Belastung, sollte

-entweder der Kreditnehmer von einer längeren Kreditlaufzeit überzeugt werden
- oder der Kreditbetrag reduziert werden

Besicherung des Ratenkredits

Für die Besicherung des Ratenkredits kommen im Allgemeinen in Betracht:


- Mitverpflichtung des Ehegatten oder Lebenspartners,
- Bürgschaft,
- Abtretung von Lohn- oder Gehaltsforderungen,
- Abtretung von Ansprüchen aus Lebensversicherungen,
- Abtretung von Guthabenforderungen,
Sicherungsübereignung des anzuschaffenden Gegenstandes,
- Abschluss einer Restschuldversicherung.
Mitverpflichtung des Ehegatten oder Lebenspartners
Internat
Bei Ratenkrediten an Verheiratete oder Lebensgemeinschaften verlangen die Kreditinstitute sehr häufig die Mitverpflichtung des Partners in Form des Schuldbeitritts (Schuldmitübernahme als Mitantragsteller für den Ratenkredit). Der Partner verpflichtet sich, zusätzlich zum Kreditschuldner für dieselbe Verbindlichkeit einzustehen. Im Gegensatz zum Bürgen, der für eine fremde Schuld haftet, steht der Mitverpflichtete für eine eigene Schuld ein.

Das Kreditinstitut muss prüfen, ob der Mitverpflichtete über eigenes Vermögen verfügt oder ein eigenes Einkommen bezieht, das im angemessenen Verhältnis zum übernommenen Ratenkredit steht.

Kosten des Ratenkredits


Als Kreditkosten werden im Allgemeinen berechnetein einmaliges Entgelt für die Bearbeitung (Bearbeitungsgebühr) als Prozentsatz vom Darlehensbetrag, Zinsen auf der Grundlage eines festen Monatssatzes vom ursprünglichen Kreditbetrag im Voraus für die gesamte Laufzeit oder auf der Grundlage eines variablen oder festen Jahressatzes vom tatsächlich in Anspruch genommenen Kreditbetrag.

Die Kreditkosten des Ratenkredits werden in der Regel zu Beginn der Laufzeit kapitalisiert. Sie erhöhen die Darlehensverpflichtung (Rückzahlungssumme) des Kreditnehmers.Werden die Zinsen auf der Grundlage eines Jahressatzes vom tatsächlich beanspruchten Kreditbetrag berechnet, erfolgt die Abwicklung des Kredits als Annuitätendarlehen. Die Bearbeitungsgebühr wird im Allgemeinen auf den Kreditbetrag des Ratenkredits aufgeschlagen. Sie kann aber auch bei der Auszahlung abgezogen werden. Das führt zu einem geringeren Auszahlungsbetrag.